Chimonanthus praecox - Winterblüte
Die Winterblüte verzaubert den winterlichen Garten mit Ihrem angenehmen Duft von Jasmin, Salbei und Orange. In milden Winter fängt dieser knapp 2-3 m hohe, sommergrüne, aufrechter Strauch mit 10-15 cm langen, glänzendhellgrünen Blättern an zu blühen. Glockenartig hocken die 2,5 cm breiten Blüten dicht am zweijährigen Holz. Hellgelb, wächserne Blütenblätter halten die Winternässe vom Blüteninneren fern. Dort sitzt ein zweiter, etwas kürzerer Kranz in Purpur. In der Mitte des Purpurkranzes locken gelb und voll nahrhafter Pollen die Staubgefäße. Für Insekten, die die Wintersonne aufgeweckt hat, ist das ein wahres Schlaraffenland.Wie alle Winterblüher verschießt die Winterblüte ihr Pulver nicht auf einmal. Das Risiko, dass überraschender Frost die Blüten zerstört, ist viel zu groß. Daher folgt jeder Periode milden Wetters ein weiterer Blütenschub, bis irgendwann im März die allerletzte Blüte öffnet.

Fachleute haben untersucht wie der Duft der Winterblüte zu Stande kommt. Blüten und Blütenknospen enthalten mit 0,5 bis 0,6 Prozent vergleichsweise große Mengen duftender Öle, die langsam abgegeben werden. Benzylalkohol gehört dazu, ein Riech- und Aromastoff der auch Bestandteil von Ylang-Ylang und Jasmin ist. Linalool steuert eine frische Note bei. Terpineol mischt Aromen hinzu, die wir von Rosmarien, Salbei und anis kennen. Indole ist uns von Orangenblüten vertraut.

In den Strauch verbirgt sich noch mehr: So helfen die Blüten Menschen mit trockenem Mund, den sie fördern den Speichelfluss. Das Blütenöl wird auch als Mittel gegen Erkältungen genutzt. Mit Extrakten aus Blättern und Wurzeln werden sogar Quetschungen, Prellungen und Schnitte behandelt. Sie stehen auch im Ruf, Blutungen zu stillen, Rheuma, Kreuzschmerzen und Benommenheit zu lindern.

 
Durch den angenehmen Duft und die ungewöhnliche Blütezeit sollte der Strauch an einem Ort gepflanzt werden, der häufig begangen wird. Die Winterblüte liebt einen geschützten warmen Standort ist aber in unseren Breiten frosthart. Die Zweige lassen sich im Haus auch leicht vortreiben.
Arbutus unedo
Arbutus unedo - Erdbeerbaum
In meinem Garten habe ich seit 2001 einen Erdbeerbaum (Arbutus unedo), damals 30-40 cm hoch und mittlerweile auf 1,30 m angewachsen, ausgepflanzt.
In den vergangenen Wintern hat er Temperaturen bis – 16 °C gut überstanden. Als Winterschutz habe ich immer Fichten- oder Tannenzweige verwendet (siehe Bild). Im Frühjahr treibt der Baum dann wieder willig aus und bildet neue schöne Blätter an rötlichen Trieben. Der immergrüne Erdbeerbaum mit seinen glänzenden, dicken Blättern, die in der Regel fein gezähnt sind, bekommt im Vorfrühjahr weiße, glockige Blüten, die im Herbst ca. 2 cm große, runde, orangerote, mehrsamige Früchte hervorbringen. Die Frucht ist essbar, aber etwas fade im Geschmack. Die Früchte werden z. B. auf Korsika zu Marmelade und in Portugal zum Schnaps "Medronho" verarbeitet.Der Erdbeerbaum bekommt im Alter eine wunderschöne rauhe und schuppige braune Borke. Im Garten wird er ca. 3-4 m hoch. Er eignet sich auch hervorragend als Kübelpflanze und ist durch seine immergrünen Blätter, die glockenartigen Blüten, die orangeroten Früchte und die schuppige Borke das ganze Jahr über ein wunderschöner Blickfang.
 
In unserer Nähe gibt es jeweils ein Exemplar als Kübelpflanze im Botanischen Garten Osnabrück und im Botanischen Garten Münster, sonst ist der Baum im Mittelmeerraum anzutreffen.
Cercis siliquastrum
Cercis siliquastrum - Judasbaum
Der aus Westasien stammende Judasbaum erreicht bei uns eine Höhe von 4-6 m. Er ist ein hoher, trichterförmig aufgebauter, lockerkroniger Großstrauch mit nierenförmigen, im Herbst gelben Blättern. Die Besonderheit ist, dass die purpurroten Blütentrauben Ende April vor der Blattentwicklung am alten Holz in so großer Fülle blühen, dass kaum noch Rinde zu erkennen ist. Das Besondere am Judasbaum ist, das er eines der wenigen europäischen Laubgehölze mit Stammblütigkeit (Kauliflorie) ist. Die purpurroten Blütentrauben treiben im April/Mai nicht nur aus dünnen Ästen, sondern merkwürdigerweise auch aus dicken und sogar aus dem Stamm in so großer Fülle aus, dass kaum noch Rinde zu erkennen ist aus! Dieses Phänomen tritt sonst mehr bei tropischen Pflanzen auf, z.B. dem Kakaobaum (Theobroma cacao) oder auch der Papaya (Carica papaya). Die Hülsenfrüchte sind flach, ledrig und bräunlich gefärbt und bleiben den Winter über am Baum haften. Der deutsche Name "Judasbaum" beruht auf der Legende, Judas habe sich nach seinem Verrat an Jesus an einem solchen Baum erhängt.
 
Der Judasbaum liebt kalkhaltigen Boden in warmer geschützter Lage und ist in unseren Breiten ganz frosthart. Selbst Jungpflanzen in meinen Garten überstehen Frost bis – 16°C weitgehend unbeschadet.
Lavatera maritima
Lavatera maritima - Buschmalve
Diese mehrjährige Malvenform ist ein wahres Blühwunder. Sie blüht fast das ganze Jahr, selbst nach den ersten leichten Frösten im November/Dezember blüht sie weiter. Die ca. 5-7 cm weißen Blüten, mit rötlicher Mitte erscheinen am Stengel. Die Pflanze wird ca. 1,50 Meter hoch und wächst strauchartig ca. 1,50 in die Breite. Die Pflanze ist recht gut winterfest und hat ohne Problem in meinem Garten -13 °C überstanden. Im Winter friert sie dann etwas zurück und treibt im Frühjahr wieder kräftig von unten aus. In meinem Garten hat sie einen sonnigen Standort. Diese Pflanze ist ein anspruchsloses Blühwunder!
 
Heptacodium miconioides
Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch - Heptacodium miconioides
Entdeckt wurde die Pflanze wohl 1877 in der ostchinesischen Provinz Zheijang durch William Hancock. Dieser Strauch wird 3 - 4 m hoch Strauch (in der Heimat bis 7 m hoch). Er wächst der breitaufrecht und vieltriebig. Die Triebe sind gelbbraun bis braun mit abschälender Rinde. Die Blätter sind gegenständig, lang zugespitzt, dunkelgrün und 9 -16 cm lang. Die Blätter treiben sehr früh aus und bleiben bis in den Frühwinter haften. Interessant sind die rahmweißen, angenehm duftenden, rispenartigen Blüten, die erst von August bis Oktober erscheinen. Die Fruchtstände sind zur Vollreife rosa bis tief purpurfarben. Durch die späte Blüte werden noch viele Schmetterlinge und Bienen angezogen. Dieses seltene Gehölz ist winterhart, verträgt Immissionen und kurze Trockenzeiten. Besondere Ansprüche an den Standort stellt die Pflanze nicht! In unserem Garten steht die Pflanze im Halbschatten auf sandigem Boden und gedeiht kräftig. Ein Winterschutz für die Pflanze ist nicht erforderlich.
 
Ribes divaricatum
Ribes divaricatum - Schwarze Honigbeere
Die schwarze Honigbeere ist eine noch recht unbekannte Obstart. Obwohl der Strauch anspruchslos und frosthart ist sowie leckere Früchte hervorbringt. Bei der schwarzen Honigbeere handelt es sich um einen Strauch, der der Stachelbeere ähnlich ist. Die Endhöhe liegt bei ca. 2 Metern, so dass dieser Obststrauch auch gut in kleine Gärten passt. Die Früchte sind blauschwarz, ähneln der Stachel- und der Jostabeere und haben ein honigartiges Aroma. Die Sträucher bringen schon in jungen Jahren eine Vielzahl von Früchten hervor. Die Früchte kann man sehr gut roh essen oder z. B. zu Marmelade verarbeiten. Die Erntezeit beginnt ab ca. Mitte Juli und kann bis in den September dauern. Bei der Ernte sollte man allerdings behutsam vorgehen, denn der Strauch besitzt sehr spitze Dornen. Als Standort bietet sich ein sonniger bis halbschattiger Platz an. Da die Pflanze selbstfruchtend  ist genügt eine Pflanze, um Früchte zu erhalten. In meinem Garten habe ich die Pflanze in den Schatten gepflanzt und sie gedeiht prächtig und trägt viele Früchte. Für mich eine sehr leckere Beere, die etwas süß schmeckt und auch bei unseren Kindern hoch im Kurs steht. Die Pflanze ist sehr pflegeleicht; sie braucht nicht zurückgeschnitten werden, sie wuchert nicht hat keinen Mehltau und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden.